Speicherort der Konfigurationsdateien

Die unten beschriebenen fünf Konfigurationsdateien beschreiben einen Fragebogen vollständig. Diese Konfigurationsdateien können auf dem Popollog-Server nicht direkt definiert werden. Popollog bedient sich dem Prinzip der verteilten Datenquellen, indem der Autor eines Fragebogens die Dateien auf dem Webserver (oder ftp-Server) ablegen kann, welcher auch weitere Daten zum Projekt (bzw. zur Veranstaltung) beinhaltet. Beim Speichern der Maske "Registrierung" werden die Dateien in Popollog hereingeladen und dort zwischengespeichert.

Die fünf Dateien werden also beschrieben über eine URI zu einer Ressource im Netz. Als Protokolle werden http und ftp (anonymous) unterstützt. Somit kann auf einem (oder mehreren) beliebigen Web- oder ftp-Servern die Konfiguration des Fragebogens abgelegt werden. Damit hat der Umfrageinitiator die komplette Kontrolle über seine Fragebogenkonfiguration und Aktionen können beispielsweise sehr einfach gleiche Fragebogen für verschiedene Umfragen verwenden. Besitzer einer Konto-FIN erhalten zusätzlich Mustervorlagen für unterschiedliche Fragebogenaktionen, wie beispielsweise der Evaluierung von Vorlesungen.

Die hier beschriebenen Dateien (bzw. deren URIs) werden also in der Registrierungsmaske einer Umfrage eingetragen. Außerdem können diese URIs auch direkt dem Script formular.hhtml mittles http GET oder POST Parameter übergeben werden. Das Beispiel am Ende dieser Seite zeigt, wie das geht.

Die erstmalige Erstellung der Konfigurationsdateien kann bei umfangreichen Fragebögen mühsam werden. Dagegen wurde ein Eingabehilfe erstellt, die die Erstellung der Dateien vereinfacht, in dem die Fragen und mögliche Antworten als Fließtexte definiert und dann umgewandelt werden. Siehe Automatische Generierung der Konfigurationsdateien.

Konfigurationsdatei AFILE

AFILE zeigt auf eine Datei im CSV-Format, die Fragentexte beinhaltet. CSV-Dateien sind tabellarisch aufgebaut, mit den Feldnamen in der ersten Zeile und durch Semikolon getrennte Werte. Kommt innerhalb eines Wertes eine Semikolon oder ein Zeilenumbruch vor, wird der Wert in Anführungszeichen gesetzt. Anführungszeichen innerhalb eines Wertes werden mit einem vorgestellten Backslash entwertet ("\""). Im Vergleich zu XML ist dies Syntax einfacher zu erlernen, kompakter und leichter mit einem einfachen Texteditor zu bearbeiten oder kann mit einem Tabellekalkulationsprogramm wie Excel erstellt werden.

Eine AFILE-Datei besteht aus sechs Spalten. Spalte FID beinhaltet die eindeutige ID der Frage. Diese identifiziert eine Frage eindeutig, auch wenn der Text oder Typ geändert wird. Eine Frage mit einer speziellen FID sollte somit während einer laufenden Aktion dem Sinne nach nicht verändert werden, da sonst die Auswertung gleiche FIDs für unterschiedliche Fragen verwendet und das Ergebnis inkonsistent wird.

TYP referenziert auf den Typ der Frage, der in der weiter unten beschrieben WFILE-Datei definiert wird. Die Felder TITEL und REIHE beschreiben Frage und Unterfrage. Falls zu einer Frage verschiedene Unterfragen existieren, ist jeweils im Feld TITEL der Fragetext und in Spalte Reihe die verschiedenen Unterfrage anzugeben. Ein Frage, die keine Unterfragen besitzt, wird in der Spalte TITEL eingetragen. In der Auswertung bedeutet gleicher TITEL (und TYP) die Gruppierung bei der Auswertung, was bedeutet, dass die REIHE-Werte zusammengefasst im Diagramm zum jeweiligen Antworttyp dargestellt werden.

Die HILFE Spalte beinhaltet einen Hilfetext zum Ausfüllen der Frage, der im Formular dargestellt wird. Vorausgefüllte Fragebogen erhält man durch Werte der Spalte VORBELEGUNG. Wird bei Auswahlfeldern ein gültiger Wert aus der WERT-Spalte der Datei WFILE (siehe unten) eingetragen, ist dieser Wert als Standard im Fragebogen markiert. Bei Freitextfragen steht der hier definierte Text vorausgefüllt im Formular.

AFILE Beispiel

FID;TYP;TITEL;REIHE;HILFE;VORBELEGUNG
1;a;Wie empfinden Sie den Schwierigkeitsgrad?;Der Vorlesung;Z.B. im Vergleich zu anderen Vorlesungen.;
2;a;Wie empfinden Sie den Schwierigkeitsgrad?;Der Übung;;
3;b;Texteingabe für Kritik oder Anregungen;;"Bitte knapp und gut ;-)";
4;c;War der Stoff im Allgemeinen zu schwer?;;;2
5;d;Welche Betriebssysteme setzen Sie ein?;;Mehrfachnennungen möglich;

Konfigurationsdatei WFILE

Die Datei, die der WFILE-Parameter referenziert, beinhaltet mögliche Antworten zu den Fragen. Im Beispiel bestehen Fragen vom Antworttyp a aus den Optionsfeldern sehr gut bis ungenügend und Fragen vom Type c können nur mit ja oder nein beantwortet werden. Fragen vom Typ b im Beispiel beinhalten keine vorgegebenen Anworten, was soviel bedeutet, dass es sich um offene Fragen handelt und ein Texteingabefeld im Fragebogen angezeigt wird.

Der WERT in Spalte zwei muss nicht notwenigerweise aus Zahlen bestehen. Will man nur bestimmte Häufigkeiten einzelner Antworten feststellen, können auch beliebig andere Kennungen verwendet werden. In der Auswertung der Durchschnittswerte über die gesamte Stichprobe werden jedoch nur Zahlen berücksichtigt. In folgendem Beispiel wird somit der Notendurchschnitt einer Frage vom Typ "a" nur aus den Werten 1,2,3,4,5 und 6 gebildet. Antworten mit dem Wert "A" tauchen jedoch in den Grafiken auf.

WFILE Beispiel

TYP;WERT;ANZEIGE
a;1;sehr gut
a;2;gut
a;3;befriedigend
a;4;ausreichend
a;5;magelhaft
a;6;ungenügend
a;A;weiss nicht
c;1;ja
c;2;nein
d;1;Linux
d;2;Windows
d;3;Macintosh

Konfigurationsdatei RFILE

Die dritte CSV-Datei wird als Parameter RFILE dem Script formular.hhtml übergeben. Diese beinhaltet Angaben zur Plausibilitätskontrolle der einzelnen Antworttypen zur Überpüfüfung der Eingabe. Die Prüfung erfolgt anhand von Perl kompatiblen Regulären Ausdrücken (Regular Expressions), die in Spalte REGEX angegeben werden können. Falls der Reguläre Ausdruck mit dem Eingabewert nicht übereinstimmt, wird nach dem Absenden des Formulars der Text der Spalte BESCHREIBUNG in die Fehlermeldung der Anzeige integriert. Wir die Reguläre Ausdruck weggelassen, wie im Beispiel unter Typ a zu sehen ist, erfolgt eine Prüfung über die in WFILE angegeben Optionen. Sind dort keine Optionen vorhanden, handelt es sich um ein Texteingabefeld bei dem keine leere Zeichenfolge erlaubt ist.

Diese Datei, wie auch die Beschreibung einzelner Typen in der Datei, ist optional. Werden die Antworttypen in dieser Datei nicht spezifiziert, erfolgt keine Plausibilitätsprüfung, was jedoch zum einen sicherheitsproblematisch sein kann (kommen die Eingaben auch wirklich vom entprechenden Formular?) und zum anderen eine Mindestanforderung an den Ausfüllgrad nicht garantiert ist.

In der Spalte MULTI wir festgelegt, ob mehrere Optionen einer Antworten angeklickt werden können. Außerdem regelt es die Anzahl Zeilen eines Texteingabefeldes. Ist die Spalte leer werden aus den möglichen Antworten der WFILE-Datei Optionsfelder gebildet, die nur eine Auswahl zulassen (Radio-Buttons). Stehen in der Spalte zwei durch Komma getrennte Zahlen, so werden Mehrfachauswahlfelder (Checkboxen) dargestellt. Dabei müssen mindestens die linke und höchstens die rechte Anzahl an eingegebenen Werten dem Ausdruck aus Spalte REGEX entsprechen. Steht in der Zeile nur eine Zahl und handelt es sich um ein Texteingabefeld (der Typ ist nicht in WFILE vorhanden), so regelt diese Zahl die Anzahl der Eingabezeilen des Textfeldes.

RFILE Beispiel

TYP;MULTI;REGEX;BESCHREIBUNG
a;;;
b;;"^$|^(([^ \t-]+[ \t-]+){2,}[^ \t-]+)$";Bitte leer lassen oder mindestens 3 Worte eingeben.
d;1,2;;

Konfigurationsdateien VFILE und NFILE

Um dem Fragebogen individuelle Layoutelemente zu intergrieren, beinhalten VFILE und NFILE jeweils Verweise auf Dateien, die vor und nach den Fragebogenfeldern in die HTML-Seite eingebaut werden. Da der erzeugte Fragebogen lediglich aus einer HTML-Tabelle besteht, müssen diese Kopf- und Fußdateien ein gültiges HTML-Dokument beschreiben.

Inhaltsbeispiel einer VFILE-Datei

<HTML>
<HEAD>
<meta http-equiv="content-type" content="text/html; charset=ISO-8859-1">
<meta NAME="Author" content="Martin Gutbrod">
<meta NAME="Company" content="TU Braunschweig">
<meta NAME="Department" content="IBR">
<TITLE>Security Übung Rückmeldung</TITLE>
<LINK REL="stylesheet" href="http://www.meinserver.com/stilvorlage.css"> </HEAD>
<BODY>
<CENTER>
<H3>Informatik-Umfrage</H3>
<H2>Technische Universität Braunschweig</H2>
<P>Diese Umfrage ist anonym.</P>
Über das <LINK REL="stylesheet"...>-Element kann eine CSS-Layoutdatei eingebunden werden, die das Aussehen der Formulartabelle zu beeinflussen in der Lage ist.

Inhaltsbeispiel einer NFILE-Datei

</CENTER>
&copy; IBR, TU Braunschweig
</BODY>
</HTML>

Konfigurationsdateien aktivieren

Erst nachdem die im Web abgelegten Konfigurationsdateien von Popollog bezogen wurden, stehen sie beim Fragebogenaufruf zur Verfügung. Dies geschieht im Normalfall über die Registrierungsmaske.

Eine individuellere Methode stellt die Aktivierung der Dateien durch Übergabe der URLs als Parameter beim Aufruf der Webseite formular.hhtml dar. Das obere Beispiel beschreibt ein Verfahren mittels http-GET, das untere mittels http-POST. Dabei müssen nicht wie im Beispiel aufgeführt alle Parameter übergeben werden, sondern lediglich UMFRAGEID und KENNWORT und die zu ändernden Konfigurationsdatei(en). Das Kennwort entspricht der FIN der Registrierungsmaske.

Individueller Aufruf per http-GET

https://www.popollog.ifalt.de/formular.hhtml?AFILE=http%3A%2F%2Fwww.meinserver.com%2FAFILE.csv&WFILE=http%3A%2F%2Fwww.meinserver.com%2FWFILE.csv&RFILE=http%3A%2F%2Fwww.meinserver.com%2FRFILE.csv&VFILE=http%3A%2F%2Fwww.meinserver.com%2vor.htm&NFILE=http%3A%2F%2Fwww.meinserver.com%2nach.htm&UMFRAGEID=stern&KENNWORT=iRgEnDwAs
Der Aufruf kann direkt durch Eingabe der URI in den Browser erfolgt. Durch die Verwendung von https wird ein missbräuchliches Mitlesen des Kennworts vermieden.

Individueller Aufruf mittels http-POST

<HTML><BODY>
<FORM ACTION="https://www.popollog.ifalt.de/formular.hhtml" METHOD="POST">
<INPUT TYPE="HIDDEN" NAME="AFILE" VALUE="http://www.meinserver.com/AFILE.csv">
<INPUT TYPE="HIDDEN" NAME="WFILE" VALUE="http://www.meinserver.com/WFILE.csv">
<INPUT TYPE="HIDDEN" NAME="RFILE" VALUE="http://www.meinserver.com/RFILE.csv">
<INPUT TYPE="HIDDEN" NAME="VFILE" VALUE="http://www.meinserver.com/vor.htm">
<INPUT TYPE="HIDDEN" NAME="NFILE" VALUE="http://www.meinserver.com/nach.htm">
<INPUT TYPE="HIDDEN" NAME="UMFRAGEID" VALUE="stern">
<INPUT TYPE="HIDDEN" NAME="KENNWORT" VALUE="iRgEnDwAs">
<INPUT TYPE="SUBMIT">
</FORM>
</BODY></HTML>

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